Wie es zu erwarten war

Trug ein Spiel wie Far Cry 2 zum Amoklauf von Winnenden bei?

Trug ein Spiel wie "Far Cry 2" zum Amoklauf von Winnenden bei?

Bereits am 11. März 2009 berichteten wir als erstes deutsches Weblog noch am Tattag des Amoklaufes von Winnenden über die sich ankündigende Debatte zum Thema “Killerspiele”.

Die ersten Reaktionen vor einer knappen Woche waren noch zurückhaltend. Doch wie wir bereits vermutet haben, ist der Streit um ein Spieleverbot nunmehr voll im Gange und die Stimmen, die sich für ein Verbot einsetzen werden lauter. Brisanz dürfte die Sache besonders dadurch bekommen, dass nach Informationen des SPIEGELS Tim K. am Abend vor seiner Tat das Spiel “Far Cry 2″ spielte.

Am deutlichsten spricht sich momentan der bayerische Innenminister Joachim Herrmann für ein Totalverbot von “Killerspielen” aus. Für ihn sind derartige Spiele mit Kinderpornografie gleichzusetzen und sollten deshalb vom Markt verschwinden.

Weitere Nahrung erhält die Debatte durch eine jüngst veröffentlichte Studie es Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, die am 16.3.09 in Hannover vorgestellt wurde. Dort heißt es, dass momentan mehr als 14.000 Jugendliche von einer Spielsucht betroffen sind und dabei oft Fiktion und Realität nicht mehr unterscheiden könnten. Die Konsequenz: Die niedersächsische Sozialministerin Ross-Luttmann will den suchtgefährdenden Spielen an den Kragen. Ziel sei es, Programme wie das Online-Rollenspiel “World of Warcraft” künftig für Jugendliche zu verbieten.

Dr. Roland Seim, anerkannter Soziologe sowie Mitbegründer und wissenschaftlicher Leiter der Arbeitsgemeinschaft “Museum für Kunst- und Pressefreiheit”, äußerte sich in diversen Interviews zum aktuellen Streit über gewaltdarstellende Computerspiele. Dr. Seim meint: “Sinnvoller als Medien für Verbrechen verantwortlich zu machen und populistisch Verbote unerwünschter Inhalte zu fordern, wäre es, die Medienkompetenz der Nutzer zu fördern.”

Parallel zur momentanen Debatte wurde der Verband der Spieleentwickler in den Deutschen Kulturrat aufgenommen. Computergames erlangen damit einen Kulturstatus, der die Diskussion um ein Teilverbot bestimmter Spiele weiter verschärft.

4 Kommentare zu „Wie es zu erwarten war“

  1. Seltsam sagt:

    Es ist schon seltsam das gerade jetzt eine Studie über angeblich tausende spieldüchtiger Jugendlicher veröffentlicht wird. Passt irgendwie in das Konzept Spiele verbieten zu wollen. HURRA HURRA

  2. Regine Pfeiffer sagt:

    Ich freue mich über alle
    Aktivitäten die der Einschränkung von Freiheitsrechten entgegenwirken.
    Aber mit so viel wissenschaflicher Power unter den Betreibern, sollten sich die Leser dieser Seite doch darauf verlassen können, dass die kommentierten Sachverhalte korrekt wiedergegeben werden.
    Christian Pfeiffer und seine Mitarbeiter fordern keineswegs ein Verbot von World of Warcraft sondern eine Höherstufung, nicht mehr ab 12 sondern ab18 sollte das Spiel eingestuft werden. Und dafür gibt es gut Gründe.
    Ich finde es feige, dass auf dieser Seite mit anonymen Namen geschrieben wird. Mr. Seltsam.

  3. Gartenmöbel Berlin sagt:

    Soso :) Gruss aus Hamburg

  4. Computerspiele für Kinder ab 18 und nur nach 22 Uhr? | zensur-blog.de - Nachrichten und Hintergründe zur Kunst- Pressefreiheit in Deutschland sagt:

    [...] verfügbar gemacht werden. Die Alkohlverbots-Initiative als auch der letzte Amoklauf, bei dem wieder eine Gewaltspiele-Debatte geführt wurde, ist geografisch in Baden-Württemberg [...]

Kommentieren