Bei Anruf Sünde

Fauler Apfel?
Der Apfel ist seit jeher ein Symbol für den Sündenfall. Seit einigen Dekaden aber auch ein Zeichen für modernste Technik.
Sünde und Technik trafen nun im vom Unternehmen Apple produzierten Mobiltelefon iPhone aufeinander. iPhoner nämlich wissen in über 5000 Programmen (auch Apps genannt) sündige Medieninhalte für sich zu nutzen. Im konkreten Fall Bilder und Filme mit leicht (oder gar nicht?) bekleideten Damen und Herren. Die “Sexy”-Apps werden nun vom Apfel-Unternehmen für bedenklich erachtet.
Frivoles war und ist wohl nicht ganz so das Ding des renommierten Technik-Anbieters, trotz seines “sexy” Images bei der Zielgruppe. Beweis: schon das Brüste-Wackel-Spiel “Wobble” wurde aus den virtuellen Regalen des Apps-Stores wieder entfernt.
Was überhaupt alles im Shop von Apple angeboten werden darf, darüber weiß der Nutzer recht wenig. Auch ein Grund, warum man so großzügig mit der Nachzensur im App-Store umgehen kann: Es gibt einfach keine klar verständlichen Regeln, was erlaubt sei und was nicht. Da erinnert man sich gerne an den Fall von eBay aus dem Jahr 2006, als eine Auktion gestoppt wurde, in dem ein Anbieter als Gag eine Rolle in einem Pornofilm versteigern wollte (selbstverständlich ausschließlich mit jugendfreiem Bildmaterial beworben). Die Firma eBay löschte das Angebot unter anderem aufgrund von Einwänden, dass man sich als Familienportal sieht und erotische Angebote nicht haben möchte. In den AGBs stand das aber nicht drin.
Sei´s drum: Hier macht einfach ein Anbieter von seinem Hausrecht Gebrauch. Und Ap(p)le will die Sünde nun nicht noch weiter vorantreiben, wenn man schon durch seinen (metaphorisch unzüchtigen) Unternehmensnamen aus der prüden Masse hervorragt. Bleibt zu hoffen, dass nicht schon bald Bilder von Schlangen oder der gleichen ebenfalls blockiert werden.